Friedhof

Der Friedhof St. Petri Weende

Ein Ort des Trauerns, der Einkehr und der Erholung. Aktuell machte sein mangelhafter Pflegezustand Schlagzeilen im Göttinger Tageblatt. Aber jeder kann jetzt sehen, dass sich schon vieles wieder normalisiert hat.

Der Friedhof an der St. Petri Kirche gehört nach wie vor der Kirchengemeinde St. Petri und liegt damit in der Verantwortung des Kirchenkreisamtes. Dagegen sind die Friedhöfe in Grone und Geimar seit vielen Jahrzehnten in städtischer Hand. Dementsprechend liegt in Weende auch die Finanzierung sämtlicher Kosten allein auf der kirchlichen Seite und muss durch die Einnahmen aus Friedhofsgebühren gedeckt werden. Von der Stadt gibt es keinerlei Zuschuss zur Unterhaltung dieses parkähnlichen Areals. Das relativ große Friedhofsgelände beeinflusst den Wärmehaushalt im Altdorf signifikant, was in den letzten Wochen jeder erfühlen konnte.

Allerdings häuften sich in den vergangenen Wochen Beschwerden über den zunehmend wilder werdenden Zustand der Grünanlagen - bis hin zu einem großen Artikel im Göttinger Tageblatt. Der Grund dafür war der krankheitsbedingte Ausfall des gesamten Friedhofspersonals sowie technischer Gerätschaften. So war es zeitweise nicht mehr möglich, die wichtigsten Arbeiten wie das Mähen des Rasens, den Heckenschnitt und das Entleeren der Körbe im gewohnten Umfang durchzuführen. Angesichts dieser Herausforderungen haben wechselnde Aushilfskräfte alles getan, um die anste-henden Aufgaben wenigstens ansatzweise zu bewältigen.

Zur schnellen Hilfe hat der Ortsrat Weende/Deppoldshausen eine Unterstützung von 3.000 € beschlossen und gewährt. Nur zum Vergleich: Allein der jährliche Winterdienst auf den öffentlichen Verkehrsflächen an den Straßen im Hassel und Schlagenweg verschlingt sicher mehr als diesen Förderungsbetrag. Wahrscheinlich wird die Stadt für ihre eigenen Friedhöfe diese Kosten gar nicht in die Kalkulation der Friedhofsgebühren mit einrechnen.

Mit Konfirmanden wurde ein Teil der Friedhofsbänke als bunte Segensbänke neu gestrichen. Darüber hinaus helfen bereits ein ehrenamtlicher Kirchenvorsteher sowie eine ehemalige Mitarbeiterin, die mittlerweile im Ruhestand ist, neben weiteren Ehrenamtlichen tatkräftig mit. Dafür sei an dieser Stelle ein großer Dank ausgesprochen.

Der Kirchenvorstand konnte mittlerweile reagieren und hat eine externe Firma mit den am dringlichsten erforderlichen Arbeiten beauftragt. Diese, insbesondere das Mähen des Rasens, sind mittlerweile erfolgt, sodass sich eine deutlich sichtbare Verbesserung der Gesamtsituation ergeben hat. Dennoch wird es einige Zeit dauern, bis alle Rückstände wieder vollständig aufgeholt sind, da ein Teil des Friedhofspersonals weiterhin ausfällt. Zudem müssen Vertretungsmaßnahmen immer wieder (monatlich) über das Kirchenamt neu beantragt und bewilligt werden, sodass Gelder bzw. Aushilfskräfte nicht immer sofort zur Verfügung stehen.

Die Friedhofsverwaltung bedauert die entstandenen Unannehmlichkeiten außerordentlich und versichert, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Pflege und Instandhaltung des Friedhofs wieder auf den gewohnten Standard zu bringen. Es wird weiterhin um Geduld und Verständnis gebeten, während gemeinsam an einer nachhaltigen Lösung gearbeitet wird.

Johann-Sebastian Sommer

Gemeinsam für einen gepflegten Friedhof

© Jörg Trapphagen

Am Freitag, dem 10. Oktober 2025 haben sich vier Gemeindemitglieder zur Unterstützung der Friedhofsmitarbeiter auf dem Friedhof betätigt und in der Abteilung 7a längst fällige Einebnungen durchgeführt. Dies war notwendig, da aufgrund unserer Personalsituation auf dem Friedhof viele einzuebnende Grabstätten noch nicht bearbeitet werden konnten.

Durch rückläufige Bestattungen erweist sich die Finanzlage auf dem Friedhof als nicht kostendeckend. Auch die Reduzierung des Personals, die aufgrund nachlassender Bestattungen auf unserem Friedhof schon vor längerer Zeit stattfinden musste, hat zu den Verzögerungen bei den Einebnungen geführt. Ein Einsatz durch Fremdfirmen ist leider nicht zu finanzieren. Um den Hinterbliebenen die Last der Grabpflege zu nehmen, die eigentlich nach Ablauf der Ruhezeit nicht mehr nötig wäre aber von vielen weiterhin noch durchgeführt wird, hatten wir uns zu diesem Einsatz entschlossen. Die Beteiligten Joachim Nebe, Detlef Fröhlich, Friedrich Kofahl und ich hatten Freude am gemeinsamen Tun. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.

Für Samstag, den 9.5.2026, 9:00-14:00 Uhr ist ein weiterer Einsatz geplant. Weitere Helfer sind dann gern willkommen. Interessenten bitte ich, sich im Friedhofsbüro zu melden (Tel. 31632) Auch Unterstützung für die Versorgung ist willkommen.

Wir möchten, dass unser Friedhof die schöne grüne Lunge von Weende bleibt und zum Verweilen einlädt.

© Jörg Trapphagen

Restauriertes Grabmal der Familie Eberwein

Aller guten Dinge sind fünf – in unserem Fall brauchte es zumindest fünf Jahre der aktiven Arbeit, bis das Projekt Eberwein auf tragenden Säulen errichtet werden konnte. Vielleicht sind Ihnen und Euch die imposanten Säulen am Eingang unseres Weender Friedhofs schon ins Auge gefallen. Artikel in den Stadtteilmagazinen „Mein Weende 02/2025“ und „Weender Mitteilungen“ bzw. „Meine Region“ hatten bereits über die Arbeiten auf unserem Friedhof berichtet. Am 2. September 2025 war es nun soweit. Zahlreiche Mitglieder der Familie Eberwein aus drei Generationen trafen sich, um den Abschluss des Projekts zu feiern. Welch ein Glück, dass just am Morgen des 2. Septembers die Informations- und Erinnerungstafeln noch an den Säulen angebracht werden konnten. Wie auch auf den Fotos zu sehen, gab es Grußworte seitens des Heimatkundlichen Fördervereins Weende e.V. vertreten durch Hans-Otto Arnold, seitens des federführenden Steinmetz- und Restaurierungsbetriebs Bachmann & Wille vertreten durch Nina Bachmann-Dämmer, den Kirchenvorstandsvorsitzenden Uwe Grieme und Sebastian Eberwein als Vertreter der Familie. Friedhofsausschussvorsitzende Pastorin Anna Kiefner sprach einen Segen für die Anwesenden.

In den Grußworten ging es um den umfassenden Prozess bis zur Zustimmung des Amts für Bau und Kunstpflege sowie des Landeskirchenamts Hannovers, vertreten durch Herrn Lahmsen; der Bedeutung der Tuchfabrikantenfamilie Eberwein für Weende, sowie die spannende Geschichte der auch kunsthistorisch bedeutsamen Säulen des Bildhauers und Baumeisters Rohns. Der abenteuerliche Weg, den die sehr schweren Steinsäulen zurückgelegt haben, ist beeindruckend. Ursprünglich standen sie fast 150 Jahre auf unserem Weender Friedhof, bis sie von dort verschwanden. Dank göttlicher Fügung sah der damals 10 jährige Sebastian Eberwein vor mittlerweile einem halben Jahrhundert zufällig zwei der verschwundenen Säulen in einem Garten seines Schulfreundes wieder. Dieser sicherte ihm damals zu: „Wenn ich einmal nicht mehr bin, kannst du sie zurückhaben.“

Ende März diesen Jahres war weit über Weende hinaus der orange „Arm“ des Einhundert-Tonnen-Autokrans zu sehen. Dieser war nötig um die rund 1,5 Tonnen schweren Basissteine der Säulen über eine Distanz von ca. 30 Metern zu bewegen. Alles in allem eine spektakuläre Aktion.

Orte der Erinnerung sind in einem schneller werdenden Lebensalltag immer wichtiger und geben uns Halt. Wir sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit Familie Eberwein mit der Umsetzung dieses Großprojekts für die Zukunft ein bedeutsames Symbol und einen Ort schaffen und erhalten konnten. Er war dementsprechend bei der feierlichen Einweihung im engsten Familienkreise sichtlich gerührt.

Wir laden Sie und Euch daher ganz herzlich ein, an diesem Ort der Erinnerung Platz zu nehmen. Familie Eberwein ist es ein großes Anliegen, dass es ein Ort des Gedenkens für alle sein soll. Nehmen Sie im Schatten der gut 200 Jahre alten Säulen Platz und lassen diese besondere Atmosphäre auf sich wirken.

 

Neue Grabanlage Felsengarten "Peter und Paul"

Unsere neue Grabanlage steht in der Nachfolge des Stelengartens „Die vier Evangelisten“, der aufgrund der hohen Nachfrage belegt ist.

Mit der neuen Anlage haben wir einen ebenso schönen Ort der Erinnerung, Hoffnung und Verbundenheit im Herzen unseres Friedhofes geschaffen. 

Die neue Grabanlage fügt sich harmonisch in die natürliche Umgebung unseres Friedhofs ein und bietet eine würdevolle letzte Ruhestätte für Verstorbene. Sie kombiniert naturnahe Gestaltung mit christlicher Symbolik und schafft so einen Raum der Besinnung und des Trostes für Hinterbliebene. 

Die Anlage besteht aus zwei besonderen Bereichen:

Der Friesenwall: Eine sanft ansteigende Begrenzung aus Findlingen, die Schutz und Beständigkeit symbolisieren. Zwischen den Steinen sorgt eine insektenfreundliche Bepflanzung für eine lebendige, natürliche Atmosphäre. Hier entstehen viele Urnengräber, die in Paaren angeordnet werden – ein Zeichen der Gemeinschaft über den Tod hinaus.

Der Felsenhain: Inmitten schattenspendender Bäume stehen große und kleine Felsen, die als Grabmale dienen, die die Einzigartigkeit jedes Lebens widerspiegeln. Die ruhige Gestaltung dieses Bereichs lädt zur stillen Andacht ein. Hier werden auch Familiengräber mit bis zu sechs Urnen möglich sein.

Im Friesenwall werden die Findlinge mit Bronzeblättern beschriftet. Auf den Felsen im Felsenhain gibt es eine individuellere Möglichkeit der Schriftgestaltung mit Bronzebuchstaben oder Bronzeschriftträgern anderer Art.

Nachhaltigkeit und naturnahe Gestaltung

Besonderen Wert legen wir auf eine umweltfreundliche Gestaltung. Die Bepflanzung mit Lavendel, Heidekraut, Rosen und kleinen Bäumen fördert die Biodiversität und erfordert wenig Pflege. Gleichsam sind die Angehörigen von der Pflege einer Grabstelle entlastet.

Ein Friedhof für alle Generationen

Mit barrierefreien Wegen und einer offenen, einladenden Gestaltung wird die Anlage ein Ort für alle Menschen sein. Eine Sitzmöglichkeit in der Mitte des Felsenhains lädt Besucherinnen und Besucher zum Verweilen und Gedenken ein.

Wir laden ein zur Begegnung

Mit dem „Felsenhain und Friesenwall“ entsteht ein moderner, nachhaltiger und würdevoller Ort des Abschieds. Wir freuen uns darauf, dieses Projekt mit der Gemeinde zu teilen und gemeinsam ein Umfeld zu schaffen, das über Generationen hinweg Trost und Hoffnung spendet.

Kontakt

Friedhofsverwaltung Karin Uhde
Petrikirchstraße 17
37077 Göttingen
Tel.: 0551 31632

Bürozeiten

Montag: 10-12 Uhr
Dienstag: 10-12 Uhr
Donnerstag: 10-12 Uhr
Freitag: 10-12 Uhr

Enthüllte Tafel von Nina Bachmann-Dämmer

Die "Rohn´schen Säulen"

Felsengarten